Biberacher Musiknacht e.V.
 

Love & Peace und fetzige Musik beim ersten „New Crazy Biber“

50 Jahre Woodstook war der Anlass für die Narrenzunft Biberach e. V. und den Biberacher Musiknacht e. V., um erstmals gemeinsam in der närrischen Zeit eine heiße Rock’n’Roll-Party in der Biberacher Gigelberghalle auf die Beine zu stellen. In Anlehnung an frühere Zeiten, 17 Jahre nach der letzten Auflage des legendären „Crazy Biber“ der „Fantastic Formation“, wurde kurzerhand der „New Crazy Biber“ aus der Taufe gehoben. Auf der Bühne agierte die „Crazy Allstar Band“, eine fünfköpfige Formation, die sich anlässlich der 2018er Heimatstunde beim Schützenfest zum Thema „1968“ zusammenfand.


Schon mit dem ersten Flower-Power-Megahit „San Francisco“ lockte die Band locker und routiniert die tanzbegeisterten Besucher auf die Tänzfläche. Auch wenn bekanntermaßen manche Biberacher Berührungsängste mit der traditionellen Fasnet haben, so kamen zum „New Crazy Biber“ nahezu alle hübsch hergerichtet und ausstaffiert, schwelgend in Erinnerung an die heiße Zeit ihrer eigenen Jugend - oder die ihrer Eltern. Schlaghosen und Miniröcke, Peace-Zeichen und andere Flower-Power-Utensilien prägten das Bild. Aber auch mancher Indianer und Cowboy ließ sich von der Musik der 60er- und 70er-Jahre mittreiben. Einige kamen auch ganz ohne Kostüm, einfach um sich bei toller Musik und entspannter Party-Laune bestens zu amüsieren.

Die glänzend aufgelegte „Crazy Allstar Band“ mit den Lokalmatadoren Eugen Ruedel an Bass und Technik, Karsten Wiesner an akustischer und elektrischer Gitarre sowie Gesang, Tastenmann Valentin Stephan als auch die Brüder Aja (Gitarren und Gesang) und Schlagzeuger Martin Gratz (hervorragend zudem am Saxophon und Querflöte), sorgte für den passenden Sound - bei einer angenehmen Lautstärke, die es dem zahlreich erschienen Publikum auch erlaubte, miteinander zu Schwätzen sich Anschreien zu müssen.

Musikalische Highlights wie „Locomotive Breath“ mit Martin Gratz an der Querflöte, Karsten Wiesners Interpretation des Rod Stewart Klassikers „I am Sailing“ mit Valentin Stephan am Akkordeon, oder die 50ties Rock´n Roll Runde mit Eugen Ruedel am Kontrabass brachten das Publikum in Entzückung. Gitarrero „Aja“ Gratz, in Jimi Hendrix Manier mit Fransenjacke ausstaffiert, ließ die Halle „Born to be wild“ werden.

Für ansprechende Verschnaufpausen sorgten die Show-Tanz Einlagen der Boogie-Woogie Tanzformation „Sugar Baby Movers“, bei der die Herren ihre Tanzdamen gekonnt übers Parkett wirbeln ließen. Einen tollen Sprung in die Neuzeit schafften die Jungs der „Funky Kids“ mit ihrer Hip Hop Akrobatik. Als ob die Gesetze der Schwerkraft für sie nicht gelten würden, flogen sie im Rap-Rhythmus durch die Halle, schlicht Atemberaubend. Auffällig: auch sie blieben nach ihrer Show in der Halle und rockten gleich neben den Petty-Coats der „Sugar Baby“-Damen den Rest der Nacht.

Fazit: absolut Wiederholens wert, eine Nacht ganz nach dem Geschmack der Biberacher. Bleibt zu hoffen, dass Narrenzunft und Musiknachtverein auch im kommenden Jahr wieder eine so tolle Party auf die Beine stellen. Denn der Blick hinter die Kulissen zeigt, dass so ein Abend doch mit sehr viel ehrenamtlichem Engagement, Arbeit und Kosten verbunden ist.

Über den Crazy Biber berichtet auch "Die Bildschirmzeitung".